1. Problemstellung
Bei der Konvertierung oder Vernetzung einer Punktwolke aus Autodesk ReCap in Autodesk Revit kann es zu einer deutlichen Verschlechterung der Netzqualität kommen oder die Konvertierung schlägt fehl.
Typische Symptome:
- schlechte oder verzerrte Mesh-Geometrie
- fehlerhafte Flächenbildung aus der Punktwolke
- instabile oder unvollständige Konvertierung der Punktwolke in Revit-Elemente
Dieses Problem tritt häufig auf, wenn die Punktwolke sehr große absolute Koordinaten enthält (z. B. Vermessungskoordinaten).
2. Ursache
Der Grund liegt in der unterschiedlichen Verarbeitung von
Koordinaten in ReCap und Revit.
Verhalten von ReCap
Bei der lokalen Vernetzung (Local Meshing) verwendet
ReCap die absoluten Koordinaten der Quellpunktwolke.
Das bedeutet:
- Die Geometrie wird exakt an ihrer realen Vermessungsposition berechnet.
- Große Koordinatenwerte bleiben erhalten.
Einschränkung in Revit
Revit arbeitet intern mit Geometriegrenzen und
Präzisionslimits.
Wenn sich Modellgeometrie sehr weit vom internen Ursprung entfernt
befindet, können folgende Probleme auftreten:
- numerische Ungenauigkeiten
- fehlerhafte Geometrieberechnung
- schlechte Netzqualität
- Probleme bei der Elementerstellung aus Punktwolken
Typischer Grenzbereich:
Geometrie sollte sich möglichst innerhalb weniger Kilometer um den internen
Ursprung befinden.
Wenn eine Punktwolke mit großen absoluten Koordinaten importiert wird, liegt sie häufig weit außerhalb dieses stabilen Arbeitsbereichs.
Erkennbar an dieser Fehlermeldung.
3. Lösungsansätze
Es gibt zwei mögliche Vorgehensweisen.
A ) Gemeinsam genutzte Koordinaten
Die übliche Methode zum Verknüpfen georeferenzierter
Punktwolken besteht in der Verwendung gemeinsam genutzter Koordinaten, beispielsweise der Suche nach einer bekannten Position im Revit-Modell und der Verwendung des Befehls "Koordinaten
an Punkt angeben".
B) RCP-Koordinaten zurücksetzen
Der Referenzpunkt der Punktwolke in ReCap kann so geändert werden, dass die X- und Y-Koordinaten (horizontal) des Punkts nahe bei 0,0 liegen und die Z-Koordinate (Höhe) unverändert bleibt:
- Wählen Sie in Revit den Projekt-Basispunkt aus.
- Kopieren Sie die Werte N/S, O/W und Winkel zum geografischen Norden des Projekt-Basispunkts im Text-Editor.
- Konvertieren Sie ggf. die kopierten N/S- und E/W-Werte in die richtigen Einheiten für die Verwendung in ReCap.
- Öffnen Sie die RCP-Datei in ReCap Pro.
- Wählen
Sie "Anzeigeeinstellungen" > "Punkte" >
"Ursprung aktualisieren".
- Ersetzen Sie unter "Ursprungskoordinaten festlegen" die X- und Y-Werte durch die aus dem Text-Editor kopierten O/W- und N/S-Werte des Projekt-Basispunkts.
- Setzen Sie den Z-Wert auf 0.
- Subtrahieren Sie den Wert für Winkel zum geografischen Norden des Projekt-Basispunkts von 360.
- Ersetzen
Sie unter "Ausrichtung des Koordinatensystems festlegen" den XY-Wert durch
den Wert, den Sie im vorherigen Schritt erhalten haben.
Anmerkung 2: Wenn Sie die Funktion erneut aufrufen, sollten 0-Werte für die Felder X, Y und Z angezeigt werden.
Anmerkung 3: Eine Punktwolke-Datei, die unter einem neuen Namen
gespeichert wird, enthält immer Informationen über die ursprünglichen
Koordinaten. Verwenden Sie einfach die Funktion "Ursprung zurücksetzen", um zu
den ursprünglichen Einstellungen zurückzukehren.
- Speichern Sie die Recap-Punktwolke.
- Wählen
Sie RCS als Dateityp und einen eindeutigen Namen.
- Klicken Sie auf "Speichern". Die einheitliche Bestätigung wird angezeigt. Klicken Sie auf das Zahnradsymbol, um die Option für das verfeinerte Raster zu erweitern.
- Wählen Sie den erforderlichen Abstand (1 mm, um den Verlust von Punkten zu vermeiden).
- Klicken Sie auf "Los geht's!".
- Kehren Sie zu Revit zurück und verknüpfen Sie als Test diese exportierte RCS-Datei mithilfe der Option "Auto – Ursprung zu internem Ursprung" nach Autodesk Revit.
- Funktioniert
dies problemlos, können Sie sie in Autodesk Recap erneut als Recap Mesh
exportieren und erhalten nun auch entsprechend saubere Ergebnisse in
Revit.
Viel Spaß beim Ausprobieren!
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